Die Anfänge

Die Entwicklung des Hapkido nahm in den 1910er Jahren ihren Anfang, als Korea unter japanische Herrschaft fiel. Der Koreaner Choi, Yong-Sul (1904-1986) wurde nach eigener Erinnerung um das Jahr 1912, im Alter von etwa acht Jahren, in die japanische Stadt Moji gebracht. In den folgenden Jahrzehnten, bis zum Ende der japanischen Herrschaft über Korea, lernte er laut eigener Aussage das japanische Daito-ryu Aiki-jujutsu unter dem Samurai Takeda Sokaku (1859-1943). Während es nicht belegt ist, dass Choi wirklich direkt unter Takeda trainiert hat, ist es unbestritten, dass er Jujutsu erlernte.

In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist, dass unter Takeda auch Ueshiba Morihei (1883-1969), der Begründer des Aikido, trainierte. Aus diesem Grund teilen Hapkido und Aikido die gleichen Wurzeln.

 

Gründung des österreichischen HKD-Fachverbands

1978 wurde der österreichische Hapkido-Dachverband gegründet, der sich nach dem System von GM Kim, Sou-Bong orientierte. 1989 wurde der Verband in Österreichischer Hapkido Fachverband umbenannt.

Nachdem es 1996 zu Abspaltungen innerhalb des Verbands gekommen war, übernahm Gernot Lainer die Leitung des neuformierten Fachverbands. Der österreichische Hapkido-Fachverband löste sich in dieser Zeit des Umbruchs vom System Kim, Sou-Bong und schloss sich nach einer intensiven Phase der Neuorientierung der Schule Jin Jung Kwan (JJK) unter Lee, Chang-Soo an. Ausschlaggebend dafür war der Kontakt mit Choi, Kil-Bong, der im Jahr 1997 erstmals zustande kam und sich immer weiter intensivierte. Choi, Kil-Bong – damals Europarepräsentant der JJK-Schule – nahm Gernot Lainer und die anderen Schwarzgurte des österreichischen Fachverbands als seine Schüler an. Im Jahr 2001 erfolgte der offizielle Eintritt in das neue System, im Jahr 2002 fanden erste Schwarzgurtprüfungen bei Großmeister (GM) Choi in Kassel statt. Mit dem Systemwechsel änderte sich auch der Hapkido-Stil fundamental. Der Stil wurde härter und direkter und neue, typisch koreanische, Elemente kamen hinzu. Kub- und Dantechniken wurden an das neue System angepasst und mussten komplett überarbeitet werden. Die Fallschule wurde erweitert, die Ausübung der Techniken verfeinert. Gleichzeitig wurde durch die Anpassung an das neue System ein internationaler Austausch erleichtert. Neben den Kontakten zu GM Choi in Deutschland fand auch Austausch mit Schulen in Korea, Belgien, Niederlande, Ungarn u. A. europäischen Ländern statt. 2007 wurde erstmals eine JJK-Europameisterschaft ausgetragen, die in Belgien stattfand. Seitdem finden im zweijährigen Zyklus ohne Unterbrechungen Hapkido-Europameisterschaften statt.

Daehan Minguk Hapkido

2011 löste sich GM Choi, Kil-Bong von der JJK-Schule und gründete gemeinsam mit seinem ursprünglichen Meister Choi, Bang-Hoo den Verband Daehan Minguk Hapkido (DHMG-Hapkido; frei übersetzt: Authentisch koreanisches Hapkido). Der österreichische Fachverband schloss sich dem neugegründeten Verband an. Art und Ausübung der Hapkido-Techniken blieben von diesem rein politischen Wechsel jedoch unberührt. Einige europäische Länder wechselten ebenfalls zu DHMG-Hapkido und neue Mitgliedsländer kamen hinzu. Die zweijährigen Europameisterschaften werden unter DHMG weiterhin ausgetragen. Durch die neue Verbandszugehörigkeit konnten weitreichende Verbindungen nach Korea geknüpft werden, die den österreichischen Fachverband stark bereicherten.

Die Rolle des österreichischen Hapkido-Fachverbands in Korea und Europa

Kim, Sou-Bong brachte Hapkido nach Österreich. Kim, Sou-Bong (9. Dan, gestorben 2011) war Schüler der Dae Han Hapkido Schule von Ji, Han-Jae. Er kam 1964 nach Deutschland und wurde hier einer der ersten Hapkido-Lehrer. Er hat viele Hapkido-Schwarzgurte der ersten Generation – in Deutschland sowie in den angrenzenden deutschsprachigen Ländern – beeinflusst. Auch in Österreich gehen die meisten Hapkido-Schulen auf ihn zurück. Sein erster Hapkido-Lehrgang dort fand 1973 in Schladming statt. (Quelle: Wikipedia; Gernot Lainer persönliche Mitteilung)

Der Daehan Minguk (DHMG)- Federation gehören Hapkido-Schulen in Europa und Korea an, zusätzlich besteht eine enge Zusammenarbeit der DHMG-Federation mit der Daelim-Universität in Seoul und Teilen der koreanischen Exekutive.

Der österreichische Fachverband nimmt in diesem Gefüge eine tragende Rolle ein. So unterrichtet Gernot Lainer, 7. Dan, in regelmäßigen Abständen als Gastlektor Hapkido an koreanischen Universitäten. 2013 übernahm Gernot Lainer die Repräsentation für Europa innerhalb der Daehan Minguk Hapkido-Federation. Zusätzlich wurden die Europameisterschaften 2015 vom österreichischen Fachverband organisiert und in Linz ausgetragen. Schüler des Hapkido-Fachverbands waren bisher sowohl bei Europameisterschaften als auch bei internationalen Meisterschaften in Korea äußerst erfolgreich und konnten in verschiedenen Disziplinen (z.B. Freikampf, Fallschule, Technik-Vorführung) Medaillen mit nach Hause bringen. Das zeigt, dass das österreichische Hapkido einen internationalen Vergleich – vor allem aber auch einen Vergleich mit dem Mutterland Korea – nicht zu scheuen braucht!

Seit 2019 gibt es nun über den Salzburger Turnverein in SALZBURG ein Hapkidotraining, welches von Mag. Ludwig Hofer geleitet wird.